Keine Angst vor Gasexplosionen
Mangelnde Wartung, Manipulation oder Fahrlässigkeit sind oft die Ursache für folgenschwere Gasexplosionen mit zerstörten Häusern und oftmals vielen Verletzten. Nach Empfehlung der Gasversorger sollte wenigstens einmal im Jahr eine Dichtheitsprüfung der Anlage stattfinden. Im eigenen Haus bleibt es aber bislang jedem selbst überlassen, ob er die Anlagen warten oder verrotten lässt.
Für rund 100 Euro pro Einfamilienhaus führen Spezialisten des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks eine gründliche Hausschau oder Sicherheitsprüfungen durch.
Ursachen von Gasexplosionen
Lebensgefährlich wird es, wenn ein cleverer Bastler Kosten sparen will und den Gaszähler manipuliert. Aber auch bereits Rost führt oft zu Schäden an Gasrohren. Auch können die ständigen Erschütterungen durch den Verkehr allmählich zu Gaslecks führen. Und geradezu gefährlich ist es, Gasleitungen im Keller zum Beispiel als Fahrradhalter zu missbrauchen.
Deformiert bei Strassenarbeiten der Bagger ein Gasrohr, kann die Leitung im Haus beschädigt werden, was dann möglicherweise zu Lecks führt. Viele Gasversorger bieten deshalb den Baggerfahrern eine Schulung an, die sie auf Gefahren aufmerksam macht.
Ein neues Risiko sind Minibagger, mit denen private Landschaftsgärtner in der Erde buddeln. Nicht selten werden dabei unsanft Leitungen freigelegt. Und sind die dann „gelb", gehören sie nicht der Post. Gelb sind immer Gasleitungen.
Nicht alle Gasversorger bestücken ihre Leitungen mit Gasströmungswächtern. Sie schliessen die Gaszufuhr in den Versorgungsleitungen, wenn es plötzlich zu ungewöhnlich hohem Verbrauch durch Leckagen oder Manipulation kommen sollte.
Wie kann man sich schützen?
Mit speziellen Rohrverbindungen oder Stopfen, die nur mit Spezialwerkzeug genutzt werden können, kann man Manipulationen an Gasanlagen verhindern. Gasmelder gelten unter Fachleuten als unzuverlässig. Dank des beigemischten Duftstoffs riecht Erdgas so penetrant, dass selbst kleinste Gasmengen wahrgenommen werden. Eine „Duftprobe" mit dem Warngeruch erhalten Sie von Ihrem Gasversorger. Sollte es im Haus nach Gas riechen, hilft der 24-Stunden-Entstörungsdienst der Gasversorger. Dieser Service ist kostenfrei, auch wenn es „falscher Alarm" gewesen sein sollte. Wichtig ist nur, dass er von ausserhalb des Hauses verständigt wird. Bis zum Eintreffen des Störtrupps sind natürlich alle offenen Feuer oder die Zigarette zum Verkürzen der Wartezeit tabu.
Auch sollten keine Stecker aus der Dose gezogen oder im Haus mit dem Handy telefoniert werden. Um den Gasgeruch zu vertreiben, sollten auf keinen Fall Ventilatoren in Betrieb genommen oder Dunstabzugshauben eingeschaltet werden, denn die bilden ebenfalls gefährliche elektrische Funken.
Nur durch weit geöffnete Fenster sinkt die Gaskonzentration im Raum.
